HKW Klingenberg

Erfolgreicher Einsatz dank enormer Saugkraft

Der Energieversorger Vattenfall betreibt in Berlin zehn Heizkraftwerke, die alle nach dem Kraft-Wärme-Kopplungs-Prinzip arbeiten. Entsorgungspartner für Vattenfall ist die Niederlassung Berlin-Brandenburg, Betriebsstätte ABKO. Mitte Oktober 2013 erreichte die Nehlsen-Mitarbeiter aus dem HKW Klingenberg ein dringender Anruf. Am Austrag eines Silos lag eine Blockierung vor, da sich dort Salzrückstände abgelagert hatten.

Die Funktionsweise des Heizkraftwerkes war hiervon nicht beeinträchtigt, denn es handelte sich um einen Vorfall an einer Nebenanlage des Heizkraftwerkes. In dem betroffenen Silo werden Rückstände (ein Salzgemisch) aus dem sogenannten thermischen Wellmann-Lord-Regenerationsprozess (bestimmtes technisches Verfahren, das in Rauch-gasreinigungsanlagen angewandt wird) der Rauchgasentschwefelungsanlage gelagert und für die Entsorgung bereitgestellt.

Es lag vielmehr eine Störung vor, die die reibungslose Abholung der Rückstände zur Entsorgung behinderte. Jetzt ging es darum, die Blockierung so schnell wie möglich zu beheben und den reibungslosen Ablauf der Abfallströme wieder herzustellen.

„Mit unserem Silofahrzeug mit Saugvorrichtung fuhren wir sofort zum HKW. Die Aufgabe und Herausforderung bestand darin, die Salzrückstände im Innern des Silos abzusaugen. Dafür mussten wir circa 60 Meter Schlauch einsetzen. Dieser wurde vom Fahrzeug aus bis in circa 20 Meter Höhe und dann innerhalb des Silos wieder bis an das abzusaugende Material verlegt“, berichtet Reiko Schebesta, Leiter Vertrieb und Technologie bei der Niederlassung Berlin-Brandenburg. „Wir wussten allerdings nicht, ob das Saugfahrzeug diese Schlauchlänge und den Höhenunterschied meistern würde. Solch einen Vorfall hatten wir in der Vergangenheit noch nicht“, sagt Hartmut Lübbert, der als zuständiger Mitarbeiter mit zwei weiteren Kollegen vor Ort war und den Einsatz leitete.

Beeindruckende Fahrzeugleistung

„Mit solch einer enormen Fahrzeugleistung hatten wir nicht gerechnet. Nach etwa fünf Stunden waren die Salzrückstände abgesaugt und die Blockierung behoben. Die letzten pulverförmigen Salzrückstände entfernten die Kollegen dann unterhalb des Silos direkt durch die geöffnete Zellradschleuse“, so Lübbert. Kraftfahrer Heiko Behling, der den Einsatz mit dem Saugfahrzeug durchführte, war von der Saugkraft des Silofahrzeugs (Saugkompressor mit einem Volumenstrom von 500 Kubikmetern bei 3 bar) ebenfalls beeindruckt. Nachdem die Störung behoben war, konnte der Kraftwerkbetreiber Vattenfall den Austrag der Rückstände aus dem Salzsilo wie gewohnt fortsetzen.

Strom und Wärme für Berlin

In Berlin beliefert Vattenfall rund 1,7 Millionen Kunden mit Strom und fast 620.000 Haushalte mit Fernwärme. Das Unternehmen unterhält außerdem ein 35.000 Kilometer langes Kabel- und Leitungsnetz, an das alle Berliner Haushalte sowie Gewerbe- und Industriebetriebe angeschlossen sind. Es kümmert sich um Energienachschub aus dem europäischen Verbundnetz und hält Heizkraftwerke, Blockheizkraftwerke und Heizwerke unter Dampf, um Berlin umweltfreundlich mit Strom, Wärme und Kälte zu versorgen. HKW Klingenberg mit historischer Bedeutung.

Der Standort Klingenberg im Bezirk Lichtenberg ist ein Ort von historischer Bedeutung für die Energieversorgung Berlins. Das Kraftwerk, das dort bereits 1927 in Betrieb ging, galt lange als das modernste Europas. Der Hauptbrennstoff war Steinkohle, ab 1986 ist es Braunkohle und/oder Gas. Das HKW Klingenberg versorgt im Verbund mit dem HKW Lichtenberg (in Zukunft HKW Marzahn) seit 35 Jahren ohne Unterbrechung die Wohngebiete in Lichtenberg, Marzahn, Hellersdorf, Hohenschönhausen, Weißensee und Pankow mit besonders umweltschonender Fernwärme. Es ist damit an der Fernwärmeversorgung von rund 300.000 Haushalten beteiligt und so das stabile Rückgrat der Wärmeversorgung im Ostteil Berlins.

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