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Die Zukunft der Bremer Abfallentsorgung

Eine breite Diskussion hat sich um die Zukunft der Bremer Abfallwirtschaft entwickelt. Im Jahr 2018 laufen die Verträge zwischen der Stadt und Nehlsen bzw. der ENO aus. Viele Fragen erreichen uns seither zu diesem Thema. Hier finden Sie einige Antworten darauf:

Warum sollte die Abfallentsorgung nicht wieder durch die Stadt erledigt werden?

Die von der Bundesregierung einberufene Monopolkommission hat jüngst aufgezeigt, dass sie die Grenzen der Wirtschaftstätigkeit von Kommunen überschritten sieht – auch in der Abfallwirtschaft. Denn kommunale Unternehmen sind für Bürgerinnen und Bürger keineswegs transparent und laut der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor allem in hohem Maße ineffizient. Zudem stehen sie nicht im Wettbewerb mit anderen Unternehmen, was sich meist in hohen und oft steigenden Gebühren zeigt.

So stiegen die Gebühren in Bremen beispielsweise zwischen 1990 und 1997 um etwa 130 Prozent. Auch deswegen hat sich die Stadt damals dazu entschieden, die Müllabfuhr europaweit in den Wettbewerb zu stellen, sprich auszuschreiben. Nach dem Zuschlag der Ausschreibung an Nehlsen blieben die Gebühren von 1998 bis 2014 stabil.

Die aktuelle Gebührenerhöhung ist nicht auf Nehlsen zurückzuführen. Im Vergleich zu anderen Großstädten in Deutschland, z. B. Hannover oder Hamburg, sind die Abfallgebühren in Bremen deutlich niedriger und belasten damit alle Bremer Bürgerinnen und Bürger deutlich geringer.

Was würde die Übernahme der Abfallentsorgung durch die Stadt konkret bedeuten?

Die Stadt müsste nach unseren Schätzungen mehr als 50 Millionen Euro netto investieren, um die Infrastruktur für ein Entsorgungssystem aufzubauen. Dazu gehören beispielsweise neue Mülltonnen und Fahrzeuge, Werkstätten, Standorte etc. Außerdem gibt es bei der Stadt nicht die zahlreichen Experten für Entsorgung, die Nehlsen beschäftigt, so dass erst langfristig Know-how aufgebaut werden müsste.

Schon jetzt ist absehbar, dass bei einer städtischen Lösung ein finanzieller Mehrbedarf pro Jahr von mindestens fünf Millionen Euro entstünde, für den die Gebührenzahlerinnen und Gebührenzahler in Bremen aufkommen müssten.

Für Nehlsen würde diese sogenannte „Rekommunalisierung“ bedeuten, dass mehrere hundert Arbeitsplätze in Gefahr wären. Zudem würde ein gut funktionierendes, über 20 Jahre aufgebautes Entsorgungssystem zerschlagen, um es durch die Stadt komplett neu aufzubauen. Ein Risiko ohne zwingende Notwendigkeit, denn alles ist bereits vorhanden und funktioniert reibungslos.

Steigen die Gebühren bei einer Übernahme durch die Stadt?

Davon können Sie ausgehen! In Hamburg und Hannover, wo die Entsorgung durch städtische Betriebe erledigt wird, liegen die Gebühren im Vergleich zu Bremen um bis zu 95 Prozent höher. Während in Bremen ein Einpersonenhaushalt pro Jahr 112,42 Euro Abfallgebühren entrichtet, sind es in Hamburg 189,60 Euro und in Hannover sogar 219,60 Euro.

Gibt es denn Probleme dadurch, dass die Abfallentsorgung durch ein privates Unternehmen erledigt wird?

Das Modell Ausschreibung von Dienstleistungen im Wettbewerb ist in vielen Bereichen des täglichen Lebens völlig normal und führt zu Marktpreisen, d.h. es ist nicht zu teuer. Viele Kommunen in Deutschland lassen ihre Abfallentsorgung durch private Unternehmen durchführen. So ist Nehlsen, in diesem Bereich in Norddeutschland seit Jahren von vielen Kommunen beauftragt, immer im Wettbewerb.

Nehlsen tut sehr viel dafür, dass der Müll in der ganzen Stadt stets pünktlich und zuverlässig abgeholt und entsorgt wird. Sie als Bürgerinnen und Bürgern können am besten bewerten, ob Sie mit der Müllabfuhr in Bremen oder auch in anderen Kommunen, in denen Nehlsen tätig ist, zufrieden sind.

Muss ich Bedenken haben, dass der Müll von privaten Unternehmen nicht korrekt entsorgt wird?

Die Abfallentsorgung ist durch zahlreiche Umweltschutzvorgaben und Gesetze reguliert. Allein bei Ihnen zu Hause werden fünf verschiedene Müllfraktionen abgeholt und wieder dem Rohstoffkreislauf zugeführt: Restmüll, Biomüll, Gelber Sack, Papier / Pappe und Sperrmüll. Hinzu kommen Glas, Altkleider und Elektroschrott, die an Sammelstellen abgegeben werden können. An den 15 Recyclingstationen in Bremen können Sie zudem so gut wie alle Abfälle abgeben. Für jede Sorte Müll oder Wertstoff gibt es einen eigenen Recycling- oder Entsorgungsprozess. Er muss allen Umweltrichtlinien- und gesetzen entsprechen.

Nehlsen beschäftigt zahlreiche Experten für die Entsorgung und den Umweltschutz und entwickelt die Entsorgungstechniken stetig weiter. Außerdem arbeitet Nehlsen mit zahlreichen Unternehmen zusammen, die den vermeintlichem Müll stofflich verwerten und in den Produktionskreislauf zurückbringen. So entstehen aus z.B. Altglas, Altpapier und alten Elektronikgeräten neue Produkte. Ist ein Recycling nicht möglich, werden die verbleibenden Restabfälle für die Erzeugung von Energie genutzt. Alle Entsorgungswege werden von den städtischen Behörden kontrolliert und können lückenlos nachvollzogen werden.

Wofür steht Nehlsen im Rahmen der Diskussion um die Weiterentwicklung der Bremer Abfallwirtschaft?

Wir sind und bleiben Bremer! Und darum setzen wir uns für die Fortsetzung der erfolgreichen und partnerschaftlichen Zusammenarbeit in einer gemischtwirtschaftlichen Gesellschaft als wesentlichen Beitrag zu einer verträglichen Gebührenentwicklung ein.Die Ziele der bundesdeutschen und europäischen Abfallwirtschaft müssen lokal umgesetzt werden. Recycling und Umweltschutz müssen weiter vorangetrieben werden. Darin haben wir langjährige Erfahrungen.

Gleichzeitig stehen wir für eine langfristige Sicherung und den Ausbau der Arbeitsplätze an unseren Standorten in Bremen. Ebenso stehen wir für den Erhalt und Ausbau der hohen Servicequalität bei der Vielzahl der Angebote für die Bremer Bürgerinnen und Bürger unter Berücksichtigung des demografischen Wandels.

Wie kann das Modell der Bremer Abfallwirtschaft ab 2018 aussehen?

Im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung sucht die Stadt einen privaten Partner für die gemeinsame Bearbeitung der Aufgaben in der Bremer Abfallwirtschaft. Bundesweit werden mit gemeinsamen Gesellschaften zwischen Städten und privaten Unternehmen auch in der Abfallwirtschaft gute Erfahrungen gemacht. Die Stadt vergibt den Auftrag auf Grundlage von marktwirtschaftlichen Kriterien an den wirtschaftlichsten Bieter. Soziale Kriterien, wie zum Beispiel eine Lohnuntergrenze können berücksichtigt werden.

Der langfristige Vorteil: Die Stadt umgeht damit ein unkalkulierbares Kostenrisiko durch die Gründung eines eigenen Betriebs, verfügt über Einfluss auf die operative Abfallwirtschaft, erhält Gebührenstabilität und profitiert vom Know-how des privaten Partners.

Schaffen private Unternehmen Innovationen?

Es gehört zu der Unternehmensphilosophie von Nehlsen, finanzielle Mittel für Innovationen zu verwenden. Das Hybrid-Müllsammelfahrzeug ist ein Novum, das Nehlsen bundesweit als erstes Unternehmen in der Abfallentsorgung eingesetzt hat. Ein Fahrzeug, das die beim Bremsen entstehende Energie beim nächsten Anfahren nutzt. Ein weiterer Beitrag zur CO2- Einsparung.

Wussten Sie, dass Nehlsen mit seinem Projekt Elektromobilität weitere 90 Unternehmen gewinnen konnte, die nun mit 133 Elektrofahrzeugen in der Region Bremen unterwegs sind und damit große Mengen CO2 einsparen.

Macht Nehlsen Gewinne auf Kosten der Gebührenzahler?

Nehlsen muss wirtschaftlich arbeiten, um sich am Markt zu behaupten, Arbeitsplätze sichern und sogar schaffen zu können. Nehlsen hat den Auftrag für die Entsorgung in Bremen gewonnen, weil das Unternehmen das wirtschaftlichste Angebot gemacht hat und andere Wettbewerber teurer waren. Das ist gut für die Gebührenzahlerinnen und Gebührenzahler, denn nur so konnten die Gebühren in der Zeit von 1998 bis 2014, immerhin 17 Jahre lang, stabil gehalten werden. Die Erhöhung der Abfallgebühren in 2014 ist nicht auf Nehlsen zurückzuführen.

Als bremisches Familienunternehmen beschäftigen wir in der Region mehr als 2.500 Mitarbeiter und investieren jährlich mehr als zehn Millionen Euro in der Hansestadt. Mit unserem Firmensitz in Bremen zahlen wir außerdem Steuern, die wiederum der Stadt und den Bürgerinnen und Bürgern zugute kommen.

Bezahlt Nehlsen seine Mitarbeiter tatsächlich bis zu 30 Prozent unter dem Branchenlohn?

Es existieren drei wesentliche Tarifregelungen, die für die Branche Gültigkeit haben. Nur ca. 25 Prozent der rund 170.000 Beschäftigten in der Branche werden nach dem Tarif des öffentlichen Dienstes bezahlt, weil sie dort beschäftigt sind und fast ausschließlich kommunale Aufgaben übernehmen. Weitere 25 Prozent werden nach dem BDE-Tarif des Bundesverbandes der dt. Entsorgungswirtschaft bezahlt. Die übrigen ca. 50 Prozent der in der Entsorgungsbranche Beschäftigten werden nach dem Tarif des Güterkraftverkehrs oder nach keinem festen Tarif, sondern über betriebliche Regelungen bezahlt, wobei letztere überwiegen.

Nehlsen bezahlt auf dem Niveau des Tarifs des Bundesverbandes der Entsorgungswirtschaft (BDE).

Die Entlohnung bei Nehlsen orientiert sich an der Betriebszugehörigkeit und der Berufserfahrung des jeweiligen Mitarbeiters. Konkret bedeutet das: z.B. beträgt der Einstiegslohn für einen Berufskraftfahrer bei Nehlsen 11,37 Euro/Stunde und steigt innerhalb von zehn Jahren Betriebszugehörigkeit oder entsprechender Berufserfahrung in Stufen um weitere 15 Prozent. Der Unterschied zwischen der Entlohnung bei Nehlsen und dem BDE-Tarif beträgt je nach Betriebszugehörigkeit ca. sechs Prozent.

Damit liegt Nehlsen im oberen Bereich der Branchenentlohnung. Der Mindestlohn für die Entsorgungsbranche beträgt aktuell 8,86 Euro/Stunde. Nehlsen zahlt also je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit bis zu 50 Prozent über dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn, der seit Januar 2010 in der Branche gilt. Daneben zahlt Nehlsen weitere Leistungen, wie etwa Zuschüsse zur Altersversorge, Unterstützungskasse etc.

Übrigens: Die durchschnittliche Beschäftigungsdauer von Nehlsen-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern liegt bei etwa 14 Jahren. Für uns ein Zeichen dafür, dass sich unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wohl fühlen. Nicht wenige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind seit über 25 Jahren bei Nehlsen beschäftigt.

Wie ist die Bezahlung bei Nehlsen geregelt?

Aktuelle Tarifgebilde berücksichtigen nur Einkommens- und Lebenshaltungsunterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland, jedoch nicht die Unterschiede zwischen Nord-, West- und Süddeutschland. Eine Vergütung, auf dem Lohnniveau von Bayern oder Baden-Württemberg ist für Nehlsen nicht bezahlbar, weil die Lohnstrukturen in Nordwestdeutschland, aber auch die Lebenshaltungskosten niedriger sind. Ein hoher Tarif nimmt dem Unternehmen jegliche Wettbewerbsfähigkeit und gefährdet Arbeitsplätze. Aus diesem Grund wurden im Jahr 2012 mit dem Gesamtbetriebsrat von Nehlsen Vereinbarungen zu Lohnstrukturen geschaffen. Die Lohnsteigerungen betrugen seit 2013 insgesamt 8,6 %. Für 2016 haben wir bereits eine weitere Erhöhung um 1,7 % zugesagt. Die Löhne und Gehälter bei Nehlsen werden sich auch in Zukunft an die Steigerung der Lebenshaltungskosten und an vergleichbare Tarifsteigerungen anlehnen.

Hat Nehlsen Arbeitsplätze abgebaut?

Nein, Nehlsen hat in den vergangenen Jahren Arbeitsplätze in Bremen geschaffen. 1998 waren 875 Mitarbeiter in den Nehlsen-Unternehmen für die Organisation und Abwicklung der Aufgaben der Bremer Abfallwirtschaft zuständig. Heute beschäftigt Nehlsen im gleichen Aufgabenspektrum in Bremen über 1.000 Mitarbeiter im Bereich Recycling und Entsorgung.

Dabei muss man wissen, dass sich in dieser Zeit viel verändert hat. Uns ist es gelungen, die Arbeit mit dem technischen Fortschritt insgesamt besser zu organisieren, in neue Geschäftsfelder zu investieren und damit zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen.

 

Dies ist nur ein Auszug von Fragen, das Thema Abfallwirtschaft ist sehr komplex. Wenn Sie noch weitere Fragen zu Nehlsen oder der Abfallwirtschaft in Ihrer Region haben, dann schreiben Sie uns:

marketing@nehlsen.com

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