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Markt für Altkunststoffe in Deutschland

Quelle: EUWID – Markt für Altkunststoffe in Deutschland, Ausgabe 35/2017 vom 29.08.2017

Aktuelle Situation

Die Entwicklungen im Bereich der Altkunststoffe sind seit mehreren Wochen dramatisch. Bisher wurde ein Großteil der anfallenden Altkunststoffe nach China exportiert und dort aufbereitet und recycelt. Die Implementierung von verschärften Umwelt- sowie Importregularien führt mittlerweile dazu, dass dieser Markt weitestgehend zum Erliegen gekommen ist. Innerhalb der Entsorgungsbranche wird die derzeitige Lage mit der ebenfalls überaus kritischen Situation zu Zeiten der Finanzkrise in 2008 verglichen – die Aussichten sind jedoch weitaus pessimistischer. Ein Grund dafür ist insbesondere die nicht absehbare Entspannung der Importauflagen.

Im Rahmen der rechtlichen Regularien werden zukünftig nur noch saubere und sortenreine Materialien vom Chinesischen Markt abgenommen. Für die Praxis bedeutet das wiederum, dass ausschließlich qualitativ hochwertige Altkunststoffe recycelt werden können. Verschmutzte oder vermischte Qualitäten sind demnach nicht mehr vermarktungsfähig und müssen letztlich kostspielig thermisch behandelt werden. Ein weiteres Problem ist die derzeitige Situation auf dem Europäischen Markt. Die dort ansässigen Kunststoffrecycler sind dem derzeitigen Abfallvolumen nicht gewachsen und können nur einen Bruchteil der exportierten Mengen handhaben. In Folge dessen wird derzeit nach möglichen Absatzwegen gesucht. Zunächst müssen dafür jedoch erst neue Recyclingkapazitäten geschaffen werden. Diese zeit- und kostenintensive Lösung bietet dabei maximal perspektivisch Verbesserungsmöglichkeiten. Die aktuelle Situation wird sich dadurch nicht entspannen.

Das Ergebnis dieser Marktentwicklungen sind massiv gefallene Preise für Folien und andere Altkunststoffe. Für die Abnahme von gemischten Qualitäten werden beispielsweise durchweg Zuzahlungen aufgerufen. Darüber hinaus entsprechen die vom EUWID ermittelten Preisangaben nur bedingt den tatsächlichen Marktbedingungen. So kann selbst eine ehemals gute Folienqualität mit einem Mischverhältnis von 80/20 (80% transparente und 20% bunte Folie) derzeit von vielen Entsorgungsunternehmen nicht mehr vermarktet werden. In Anbetracht dieser Entwicklungen werden Abfallerzeuger zukünftig verstärkt auf die Sortenreinheit ihrer Abfälle achten müssen. Ferner werden einige derzeit getrennt erfasste Kunststofffraktionen eher den Weg in die Verbrennung gehen.

Quelle und Kontakt
EUWID Europäischer Wirtschaftsdienst GmbH
Bleichstraße 20-22 | 76593 Gernsbach |
Tel. +49 7224 9397-150 Fax +49 7224 9397-905 | E-Mail: rmeier@euwid.de

 

 

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