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Altholzmarkt in Deutschland

Aktuelle Situation

Quelle: BAV - Bundesverband der Altholzaufbereiter und -verwerter e.V.

Der Altholzmarkt zeichnet sich seit mehr als einem Jahr durch ein drastisches Überangebot an Altholz aus, welches derzeit nicht im vollen Umfang von den Altholzverwertern abgefragt werden kann.

Einerseits ist dies auf ein seit Jahren in Deutschland gutes konjunkturelles Wachstum zurückzuführen. Der wachsende Konsum und die verstärkten bauwirtschaftlichen Aktivitäten führen zu höheren Altholzmengen. Ebenfalls trägt die zunehmende Sortierung von Abfallgemischen zu steigenden Aufkommen bei. Verstärkt wird dieser Trend durch die regional extrem hohen Kontingente an Altholz
aus der kommunalen Sperrmüllabfuhr, vereinzelt aber auch durch das Altholz aus Hochwasserschäden.

Andererseits haben drei aufeinander folgende milde Winter das Angebot an Altholz deutlich erhöht. Gleichzeitig kam es bei einigen thermischen Verwertern, den Hauptabnehmern des Altholzes (ca. 6-6,5 Mio. Tonnen p.a.), zu längeren Ausfallzeiten. Revisionen und Reparaturen wurden möglicherweise bei einigen thermischen Verwertungsanlagen in den vergangenen Jahren aufgrund des hohen Kostendrucks und unsicherer Zukunftsoptionen auf das Notwendige beschränkt. Erhebungen hierzu gibt es allerdings nicht.

Ebenfalls bringen Altholzimporte aus der EU (z.B. aus Großbritannien oder Holland) weitere Mengen nach Deutschland. Hier bestehen zum Teil längerfristige Verträge, die zur Abnahme verpflichten. Es fließen jedoch auch Altholzmengen aus Deutschland in Nachbarländer ab (z.B. nach Österreich oder in die Tschechische Republik). Europaweit ist derzeit tendenziell ein Altholzüberhang zu verzeichnen.

Die Kombination dieser Faktoren führt aktuell dazu, dass sich ein Mengenrückstau ausgehend von den stofflichen und thermischen Endverwertern über die Aufbereiter, die Sammler bis letztlich zu den Gewerbetreibenden und den kommunalen Wertstoffhöfen entwickelt hat. Die verzögerte Entsorgung äußert sich in vollen Lagern bei den Aufbereitern, auf deren Aufbereitungsplätzen teils erhebliche Altholzmengen lagern, welche nicht zur weiteren Verwertung abgefahren werden können.

Dieser Altholz-Rückstau führt dazu, dass mittlerweile Altholzmengen aus dem Gewerbebereich mancherorts nicht mehr von den Aufbereitern angenommen werden. Eine Entspannung ist derzeit nicht in Sicht. In der Konsequenz stoßen somit einzelne Aufbereiter mit ihren Altholzmengen an ihre behördlich genehmigten Lagergrenzen und können zumindest zeitweilig kein Altholz mehr annehmen.

Die Kosten der Verwertung (Altholzpreise) sind als Resultat dieser Entwicklung in den vergangenen Monaten in einem bis dato nicht gekannten Ausmaß gestiegen.

Ausblick

Der typische Altholzmarkt kennzeichnet sich durch ein witterungsbedingt geringes Altholzangebot in den Wintermonaten. Zur Überbrückung dieser Zeit werden Altholz-Winterlager aufgebaut. Die Leerung dieser Lager erfolgt im Normalfall bis März/April des Folgejahres. Ab dem Frühling bis in den Herbst kommt es zu einem starken Zustrom von Altholz, vor allem angetrieben durch die Bau- und Abbruchbranche.

Aktuell stehen die Aufbereiter jedoch vor der atypischen Marktsituation, dass die Winterlager aufgrund der sinkenden Nachfrage der thermischen Endverwerter nicht abgebaut werden konnten. Zudem finden Bau- und Abbruchaktivitäten auch in den Wintermonaten statt. Behördenseitige Vorgaben an die zugelassenen Lagerkapazitäten können in den kommenden Wochen und Monaten vielerorts zu einem Abnahmestopp der Aufbereiter führen, da die Altholzhöfe teils ihr Limit erreicht haben. Derzeit ist keine Trendwende absehbar. Die geregelte Entsorgung von Altholz stößt deutschlandweit an ihre Grenzen.

Die derzeit äußerst kritische Lage auf dem Altholzmarkt könnte sich noch weiter zuspitzen, falls nachfrageseitig weitere Kapazitäten vom Markt gehen. Die derzeit zu beobachtende Marktentwicklung gibt somit einen Ausblick auf die „Post-EEG-Zeit“ und zeigt, wie wichtig der Erhalt der bestehenden (energetischen) Entsorgungskapazitäten ist. Der BAV hatte im Vorfeld der letzten EEG-Novellierung 2016 erhebliche Anstrengungen unternommen, drohenden Engpässen bei der energetischen Verwertung durch das Marktintegrationsmodell für Altholzanlagen entgegenzuwirken. Hierdurch sollten Altholzlagen geordnet aus der EEG-Förderung geführt werden. Der Vorschlag fand in der aktuellen Novellierung keine Berücksichtigung.

Künftig wird eine sichere und qualitativ hochwertige Altholz-Entsorgung vom Erzeuger vergütet werden müssen. Derzeit wandelt sich der bisherige Brennstoffbeschaffungsmarkt in einen Entsorgungsmarkt mit entsprechender Kostenstruktur. Um eine sowohl stofflich als auch energetisch langfristig sichere Entsorgung zu gewährleisten, sind die geforderten Altholzqualitäten hierdurch sicherzustellen. Hierfür setzt sich der BAV weiter ein.

Die öffentlichen Entsorgungsträger besitzen eine vertragliche Abnahmegarantie für die kommunalen Altholzmengen. Diese werden im Umfang teils deutlich überschritten. Dies führt regional zu einem Rückstau bei gewerblichen Mengen, welche teilweise in kommunale Verwertungskanäle umgeleitet werden. Dies lässt die kommunalen Mengen weiter anwachsen und verursacht weitere wirtschaftliche Nachteile für die Altholzverwerter.

Der BAV sieht das etablierte System der Altholzentsorgung gefährdet und warnt vor einem drohenden Notstand. Nach Ansicht des BAV wird der Rohstoff Altholz in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen. Es ist deshalb davon auszugehen, dass mit diesem Bedeutungszuwachs auch ein steter Anstieg der zu verwertenden Altholzmengen verbunden ist. Daher wird sich der BAV in Zukunft dafür einsetzen, dass zur Wahrung der Verwertungssicherheit neben den bereits vorhandenen stofflichen und thermischen Möglichkeiten auch Alternativen zur ökologisch sinnvollen Nutzung des Stoffstroms Altholz gesucht und genutzt werden.

Quelle und Kontakt:
BAV - Bundesverband der Altholzaufbereiter und -verwerter e.V.
Behrenstraße 29, 10117 Berlin
Tel. 030 - 59 00 335 - 28
obert@altholzverband.de
www.altholzverband.de

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