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Hohe Nachfrage: Nehlsen steigert das Recycling von Kunststoff- und Metallverpackungen in Cryogenanlage in Bremen

Die ressourcenschonende Verwertung von Kunststoff- und Metallverpackungen steht nach Chinas Einfuhrstopp für Plastikabfall hoch im Kurs. So nutzen immer mehr Industrie- und Entsorgungsbetriebe aus ganz Europa den Service von Nehlsen – nicht zuletzt aufgrund hoher gesetzlicher Recyclingvorgaben. Ein Grund, warum das Unternehmen in seiner Cryogenanlage in Bremen in diesem Jahr einen deutlichen Anstieg der zu verarbeitenden Abfälle mit gefährlichen Anhaftungen, wie zum Beispiel Lacke, Öle oder Klebmittelreste laut Abfallschlüsselnummer 150110*, verzeichnet. „Während wir im ersten Halbjahr 2018 rund 3.500 Tonnen Kunststoff- und Metallverpackungen behandelt haben, waren es in der ersten Jahreshälfte 2019 schon 20 Prozent mehr“, sagt Ralf Duesmann, Key Account Manager national/international bei der Nehlsen Industrieservice GmbH & Co. KG. Pro Jahr können in der Anlage 13.000 Tonnen Abfälle verarbeitet werden, die vorranging aus Rücknahmesystemen, von Rekonditionierern und aus Sonderabfallzwischenlagern stammen. Dabei handelt es sich um Kunststoffemballagen aus Hart-Polyethylen (HDPE), wie Mineralöldosen, und Metallemballagen. Zudem hat Nehlsen das Annahmespektrum erweitert und recycelt mittlerweile auch Großpackmittel (IBC) aus HDPE in der Cryogenanlage. Die wiedergewonnenen Materialien, CryoPlast genannt, werden als Mahlgut von der verarbeitenden Industrie unter anderem zur Herstellung von Rohrleitungen oder Kunststoffpaletten eingesetzt. Das recycelte Metall, CryoTall , wird in der Stahlschmelze verwendet.

Spezialverfahren: hohe technische Kompetenz
Seit 1995 betreibt Nehlsen die Cryogenanlage für die Verwertung von Kunststoff- und Metallemballagen mit schädlichen Anhaftungen und besitzt umfangreiche Erfahrungen mit dieser Anlagentechnologie. Die Anlage arbeitet nach dem Prinzip der Versprödung der gefährlichen Anhaftungen. Im ersten Schritt werden die angelieferten Emballagen zerkleinert. Anschließend folgt das Schockgefrieren mit flüssigem Stickstoff bei bis zu minus 180 Grad. Dadurch lassen sich die Restanhaftungen im nächsten Schritt von den Kunststoffen und Metallen trennen. Als Endprodukte entstehen saubere Kunststoffe und Metalle.
„Dieses Verfahren ist hocheffizient und wir erfüllen damit alle Voraussetzungen und Forderungen der europäischen Vorgabe zur Verwertung von Abfällen“, so Duesmann. Aktuell bestehen noch Rest-Kapazitäten in der Cryogenanlage, um noch mehr Abfälle dieser Art anzunehmen und zu recyceln.“ Das Recycling besitzt hinsichtlich der Ressourcenschonung und der europäischen Abfallhierarchie oberste Priorität. Laut Duesmann ist eine Deponierung von Emballagen in Europa schon lange nicht mehr gesetzlich erlaubt. Außerdem ist die Verbrennung von Kunststoffen aus ökonomischer und ökologischer Sicht zu vernachlässigen, da sie unter anderem durch den hohen Heizwert die Durchsatzmengen in den Verbrennungsanlagen und somit die noch vorhandenen Kapazitäten erheblich reduzieren, so Jürgen Neumann, Geschäftsführer der Nehlsen Industrieservice GmbH & Co. KG.

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