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Altpapiermarkt

Quelle: EUWID – Markt für Altpapier in Deutschland, Ausgabe 12/2018 vom 20.03.2018

Aktuelle Situation

Nach den gravierenden Veränderungen im Bereich der Altkunststoffe im Herbst des letzten Jahres, ist mittlerweile auch der bis dato von den restriktiven Veränderungen der Umwelt- und Importregularien der Chinesischen Behörde verschonte Altpapiermarkt betroffen. Die Auswirkungen dieser Veränderungen sind dafür umso gravierender. Die Implementierung von verschärften Umwelt- sowie Importregularien führt mittlerweile dazu, dass dieser Markt weitestgehend zum Erliegen gekommen ist. Darüber hinaus sind die in Europa ansässigen Recycler dem derzeitigen Abfallvolumen nicht gewachsen und können nur einen Bruchteil der exportierten Mengen handhaben. Infolge dessen herrscht unter anderem ein enormes Überangebot an Papiermengen. Der daraus resultierende Preisverfall wird mittlerweile mit der ebenfalls überaus kritischen Situation zu Zeiten der Weltwirtschaftskrise in 2008 verglichen – die Aussichten sind jedoch weitaus pessimistischer. Die Gründe dafür sind vielfältig. Zunächst wird mit keiner Entspannung der Importauflagen der chinesischen Behörde gerechnet. Weitaus schwerwiegender ist jedoch die Situation, dass der Import von ausländischen Papiermengen nach Deutschland stark zugenommen hat.  Insbesondere aus Frankreich und Italien werden mittlerweile große Mengen importiert. Das führt dazu, dass die hiesige Kapazität der Papierfabriken weiter verknappt wird. Zudem müssen andere, kostenintensivere Verwertungsmöglichkeit realisiert werden. Das Ergebnis dieser Marktentwicklungen sind massiv gefallene Preise. Und ein Ende dieses Preisverfalls ist noch nicht in Sicht. Experten gehen davon aus, dass die Preise in naher Zukunft weiterhin stark sinken werden.

Quelle und Kontakt
EUWID Europäischer Wirtschaftsdienst GmbH
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