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Rohstofftonne in den freien Wettbewerb

Der Referentenentwurf des Bundesumweltministeriums ermöglicht die bundesweite Einführung einer Rohstofftonne.

Der Referentenentwurf des Bundesumweltministeriums ermöglicht die bundesweite Einführung einer Rohstofftonne. Diese Tonne wäre eine konsequente und verbraucherfreundliche Weiterentwicklung der Gelben Tonne. Schon heute ist es nicht zu vermitteln, warum Verpackungen in die Gelbe Tonne gehören, aber stoffgleiche Nichtverpackungen nicht hinein dürfen. Mit der Erweiterung um stoffgleichen Nichtverpackungen und elektronischen Kleingeräte ist eine deutliche Zunahme von Wertstoffen zu erwarten.

Geschäftsführer Lutz Siewek: „Die Einführung der Rohstofftonne ist eine kluge Entscheidung, denn durch eine derartige Tonne können Wertstoffe im Abfall noch besser eingesammelt, verwertet und der Industrie als Rohstoff zur Verfügung gestellt werden. Deutschland ist rohstoffarm und es wird immer schwieriger – und teilweise unmöglich – an bestimmte Rohstoffe heranzukommen. Deshalb ist auch eine weitere Erhöhung der Recyclingquote nicht nur wünschenswert, sondern obligatorisch. Derzeit wird eine Recyclingquote von 65 Prozent angestrebt – diese haben wir heute mit 63 Prozent schon fast erreicht. Die  Recyclingquote muss mindestens bei 80 Prozent liegen.“

Im Referentenentwurf werden die Interessen der privaten Entsorgungsunternehmen im Spannungsfeld Andienungspflicht und gewerbliche Sammlung ungenügend berücksichtigt. Auch zukünftig sollten ausschließlich gemischte Siedlungsabfälle andienungspflichtig sein. Kommunen dürfen keinen Erstzugriff auf getrennt gesammelte Abfälle erhalten –nicht bei der Rohstofftonne und auch nicht bei der Altpapiertonne. Das wäre kein fairer Wettbewerb.

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