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Magazin: Ein Tag bei e&W Security

Bei der elko & Werder Security sind bei parallelen Veranstaltungen bis zu 900 Mitarbeiter im Einsatz. Nehlsen informiert begleitete einen üblichen Einsatztag im Weserstadion beim Bundesligaspiel gegen den Hamburger SV.

Auf dem Osterdeich strömen die Leute alle in die gleiche Richtung: Ins Weserstadion. Wenn Werder spielt, ist gute Laune angesagt. Doch manchmal kann die gute Stimmung durch rivalisierende Fans getrübt sein. Wie am 10. Mai. Da spielte Werder Bremen zum vierten Mal innerhalb kürzester Zeit gegen den Hamburger SV. Schon im Vorfeld kündigten die HSV-Fans Krawalle an.

Vor dem Stadion wimmelt es von Polizisten und Sicherheitskräften. Höchste
Alarmbereitschaft für die Mitarbeiter der Nehlsen-Tochter elko & Werder Security
(e&W). Auf fast sommerliche 20 Grad steigt das Thermometer an diesem Nachmittag. In schweren, schwarzen Schutzanzügen stehen die Polizisten vor dem Stadion. Ihre Wangen sind gerötet. Noch tragen sie ihre Schutzhelme locker unter dem Arm. Es ist 16:00 Uhr. Noch eine Stunde bis zum Anpfiff. An den Einlasstoren herrscht noch kein großer Andrang. In der prallen Sonne stehen die elko-Sicherheitskräfte, ihre roten Jacken stechen hervor. Eine junge
Frau muss ihre Tasche ausleeren. Zum Vorschein kommt eine Dose Haarspray.
Sie wird ihr abgenommen, denn sie könnte als Wurfgeschoss genutzt werden.

Ob Batterien, Flaschen oder Dosen – die Kontrollen sind gründlich. Eine Liste der abgenommenen Gegenstände landet später im e&W-Stadion-Büro bei Daniela Ströhl auf dem Tisch. „Man kann nicht alles kontrollieren, aber durch Schulung und der Weitergabe der neuesten Erkenntnisse, versuchen wir immer an 100 Prozent heranzukommen! Dabei ebbt der Erfindungsreichtum der Fans nicht ab. Von Rauchpulver in Baguettestangen, bis hin zu Signalfeuerstiften
in der Schminktasche“, sagt die Projektleiterin bei e&W. „Es gibt Fans,
die Rauchpulver im Hacken transportieren. Das ist schwierig zu durchsuchen“,
meint die 32-Jährige. e&W hat im Stadion ein kleines Büro. Dort checken die Mitarbeiter mit einem speziellem Chip ein und aus, erhalten Funkgeräte oder ihre roten Jacken.

Gleich zwei Großveranstaltungen hat e&W heute zu bewältigen – das Bundesligaspiel und 100 Jahre Luftfahrt am Bremer Flughafen. „Dieser Tag hat es wirklich in sich“, sagt Ströhl. Und sie ergänzt: „Allein im Stadion und umzu sind etwa 500 elko-Mitarbeiter im Einsatz. Am Flughafen noch mal rund 400.“ In solchen Fällen holt e&W sich personelle Unterstützung von anderen Sicherheitsdiensten. Wegen der Hamburger Fans wurden weitere 150 Mitarbeiter aus Hamburg geordert. Bereits vor Spielbeginn hatte ein Großaufgebot der Polizei rund 800 HSV-Fans beim „Fanmarsch“ kontrolliert. Auf dem Weg zum Stadion wurden Dosen, Wurfgeschosse und Feuerwerkskörper beschlagnahmt und 11 Personen in Gewahrsam genommen.

Es geht los. Der Stadionsprecher heizt die rund 42.000 Besucher an. Etwas verspätet sitzen auch die etwa 3.700 Hamburger Fans im Gästeblock. Vom Stadionbüro geht es über die Ostkurve zur e&W-Zentrale. Hier hat die Polizei ebenfalls ihre Zentrale. Wo man auch hinblickt, überall stehen Monitore für modernste Videoüberwachung. Die Kameras erhaschen jeden Winkel. Lars Mühlbradt, e&W- Geschäftsführer, und Thorsten Seliger, Einsatzleiter Sicherheitsdienst, haben freien Blick auf die Zuschauerränge. Per Monitor beobachten sie das Geschehen und stehen per Funk in ständigem Kontakt zu ihren Mitarbeitern.


Gerade drücken Hamburger Fans gegen ein Einlasstor. Die elko-icherheitskräfte
drücken von der anderen Seite dagegen und können es letztendlich schließen.
34. Minute – das 1:0 für Werder fällt. „Oh je, das bedeutet Stress mit den HSV-Fans“, sagt Ströhl und ergänzt schnell „aber natürlich darf man die eigenen Fans auch nicht aus den Augen lassen.“ Darf eine Sicherheitskraft eigentlich Werder-Fan sein? „Wer sich bei uns bewirbt, sollte zumindest kein richtiger Werder-Fan sein. Nur ein bisschen vielleicht. Wer Fußball gucken will, soll sich eine Karte kaufen“, antwortet die Projektleiterin bestimmt. An jedem Durchgang kontrolliert das Sicherheitspersonal die Zutrittsberechtigung.


Daniela Ströhl hat für alle Bereiche Zutritt, natürlich auch für den VIP-Bereich.
„Hallo Dani“, sagt die junge Mitarbeiterin am Eingang. Es duftet nach Essen. Kellner laufen mit Tabletts umher, auf dessen frisch gezapfte Biere stehen. Wer huscht denn da heimlich an den VIP-Rängen vorbei. Diego duckt sich. Doch ein älterer Herr hat ihn entdeckt, läuft schnell hinter ihm her und bittet um ein Foto. Da bleibt er kurz stehen und lächelt charmant in die Kamera. Und weg ist er wieder. Er fällt heute aus, wegen eines Muskelfaserrisses. 49. Minute – das 2:0 für Werder. Vielleicht wäre es besser, das Stadion schon vorzeitig zu verlassen. „Ich mache drei Kreuze, wenn dieser Tag vorbei ist“, sagt Daniela Ströhl. Bis zum Schlusspfiff bleibt es bei diesem Ergebnis. Vor dem Stadion hat sich die Polizei bereits postiert. Die Massen strömen nach draußen. Dank des neuen
Verkehrskonzeptes herrscht kein Chaos. Erst wenn alle Park+Ride-Busse abgefahren sind, dürfen die PKWs von den Parkplätzen fahren – geleitet vom e&WPersonal. Wie die Polizei mitteilt, sei es bis auf kleinere Scharmützel nach dem Spiel weitgehend friedlich geblieben an diesem fast sommerlichen Nachmittag.

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