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05.07.2007

Offizielle Inbetriebnahme des Heizkraftwerkes Stavenhagen

Stavenhagen. Am heutigen Donnerstag endet offiziell die Bauphase am Heizkraftwerk Stavenhagen. Gemeinsam mit Wirtschaftsminister Jürgen Seidel, den Vertretern der Pfanni GmbH & Co. OHG feiert der Bauherr und Betreiber Nehlsen die offizielle Inbetriebnahme des Heizkraftwerkes. Ab August 2007 wird Nehlsen den Lebensmittel-produzenten Pfanni mit Dampf und Strom aus Ersatzbrennstoffen versorgen. Jährlich werden etwa 90.000 t/a Ersatzbrennstoffe eingesetzt, um 220.000 t/a Dampf zu erzeugen. Mit Errichtung und Betrieb des Heizkraftwerkes wird die Energieversorgung des Werkes und der Produktionsstandort Stavenhagen umgestellt. Zusätzlich schafft Nehlsen 25 neue Arbeitsplätze in der Region. 

Die Bauzeit

Das Heizkraftwerk wurde in einer Bauzeit von nur 15 Monaten fertig gestellt. Die Bauphase verlief planmäßig. „Zu Beginn hat uns der weiche Baugrund überrascht.  Deshalb wird das Heizkraftwerk von 626 Pfählen getragen“, sagt  der Projektleiter Karl-Heinz Plepla, „Das sorgt für Stabilität und ein solides Fundament.“

Eine saubere Lösung - der Kreislauf

Die Ersatzbrennstoffe (EBS) werden vorwiegend aus der zwölf Kilometer entfernten Mechanisch-Biologischen Abfallbehandlungsanlage (MBA) der Abfallbehandlungs- und entsorgungsgesellschaft mbH (ABG) angeliefert. Hier werden die gesammelten Abfälle der Region zu EBS aufbereitet und anschließend im Heizkraftwerk verbrannt.

Der Ersatzbrennstoff besteht hauptsächlich aus getrocknetem und geschreddertem Haus- und Sperrmüll. Die Biomüllanteile werden vorher abgesiebt. „Insgesamt eine saubere Lösung“, freut sich Peter Hoffmeyer, Vorstandsvorsitzender der Nehlsen AG. „Die Vorteile des alternativen Brennstoffs sind, dass sie die sonst benötigten fossilen Energieträger Steinkohle und Braunkohle ersetzen und dadurch zur Ressourcenschonung und zur Minderung des Ausstoßes an klimarelevanten Gasen beitragen.“

Der im Heizkraftwerk erzeugte Dampf wird über mehrere Wärmetauscher dem Produktionsprozess von Pfanni zur Verfügung gestellt. Mit einer Turbine wird ein Teil des Dampfes in elektrische Energie umgewandelt und für die Versorgung des Standortes genutzt. Die Verbrennungsrückstände gehen zurück zur Deponie der Ostmecklenburgisch Vorpommersche Verwertungs- und Deponie GmbH nach Rosenow, wo sie verwertet werden. Damit schließt sich erstmalig der Kreislauf von Abfallsammlung, - Aufbereitung und energetischen Verwertung in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Investition

„Zur richtigen Zeit am richtigen Ort, so kann man unser Engagement bezeichnen“, sagt Peter Hoffmeyer. Durch die Errichtung dieser Anlage und der damit verbundenen Investition von 52 Mio. € spart Pfanni enorme Energiekosten und sichert langfristig rund 300 Arbeitsplätze.  Weitere 25 neue Arbeitsplätze sind durch den Betrieb des Heizkraftwerkes bei Nehlsen entstanden.

Eine frühzeitige Fertigstellung und langfristige Verträge mit Brennstoff-Lieferanten bedeuten eine Investitions- und Standortsicherheit für das Unternehmen Nehlsen, sowie Energiesicherheit für Pfanni. Vor diesem Hintergrund sieht das familiengeführte Unternehmen den angeblichen Projekt-/ Bauboom im Bereich der Müllverbrennungsanlagen, MBA-Anlagen sowie Ersatzbrennstoff-Kraftwerken sehr gelassen.

„Das Marktforschungsunternehmen Prognos warnt, aufgrund des Projektbooms in der Entsorgungsbranche zu Recht vor Überkapazitäten. Doch diese entstehen erst jetzt! Viele Anlagen werden kaum noch Chancen haben, da der größte Teil des Marktes für die Verwertung von Abfällen und den Einsatz von Ersatzbrennstoffen bereits vergeben ist“ betont Hoffmeyer.

„Als eines der ersten Entsorgungsunternehmen haben wir unser Heizkraftwerk fertiggestellt und schließen nun eine regionale Lücke, die sich komplett an die Ausrichtung der Abfallwirtschaft und der Energieversorgung Mecklenburg–Vorpommerns anpasst“ sagt Hoffmeyer.

Der Klimaschutz

90.000 t/a Ersatzbrennstoffe werden ab August 2007 ca. 14 Mio. m³ Gas ersetzen. Durch die Umstellung der konventionellen Energieversorgung auf die Versorgung durch Ersatzbrennstoffe werden pro Jahr ca. 11.000 t CO2 eingespart. Primärenergie wird durch sekundäre Brennstoffe ersetzt. Das schont Ressourcen und hat positive Auswirkungen für den Klimaschutz.

Quo vadis?

Bis zu ersten Dampfübergabe an den Lebensmittelkonzern Pfanni im August werden weitere  Parameter der komplexen Anlagentechnik eingestellt, um einen erfolgreichen Start zu gewährleisten. Die gesammelten Erfahrungen der letzten Monate werden bei Nehlsen in neue Projekte gesteckt, im Sinne der Ressourcenwirtschaft und des Klimaschutz.

Kontakt:
Nehlsen AG
Mareike Hilling
Tel.: +49-421-6266-5570
Fax: +49-421-6266-5579
mareike.hilling@nehlsen.com

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