
Heizkraftwerk Stavenhagen
Heizkraftwerk Stavenhagen
Neues Energieversorgungskonzept für Pfanni GmbH & Co. OHG mit dem Heizkraftwerk in Stavenhagen
Im Mai 2005 hatte Nehlsen mit der Planung für die Errichtung des Heizkraftwerk Stavenhagen für die Pfanni GmbH & Co. OHG begonnen. Hintergrund war der erhebliche Bedarf an Dampf und Elektroenergie für die Herstellung der Kartoffelprodukte.
In weniger als 18 Monaten Bauzeit konnte die neue Anlage errichtet und in Betrieb genommen werden. Bereits am 05.Juni 2007 erfolgte die erste Aufgabe von Ersatzbrennstoff im Kessel.
Seit August 2007 werden im Heizkraftwerk jährlich 95.000 t Ersatzbrennstoffe eingesetzt, um 220.000 t Dampf für Pfanni zu erzeugen. Als Nebenprodukt im Rahmen der Kraft-Wärme-Kopplung entsteht elektrischer Strom, den Pfanni zur Deckung des Eigenbedarfs nutzt. Darüber hinaus wird der gesamte Strombedarf des Standortes gedeckt und der Überschussstrom in das Netz des regionalen Energieversorgers eingespeist. Das Heizkraftwerk sichert damit seine eigene Energieversorgung und die des Produktionsstandortes Pfanni Stavenhagen. Zusätzlich wurden bei Nehlsen Heizkraftwerke 22 neue direkte Arbeitsplätze geschaffen. In der Region werden durch die Beschaffung von Lieferungen und Leistungen für Wartung, Instandhaltung sowie verschiedenster Dienstleistungen eine Vielzahl von Arbeitsplätzen gesichert.
Die Ersatzbrennstoffe werden vorwiegend aus der zwölf Kilometer entfernten Mechanisch-Biologischen Abfallbehandlungsanlage (MBA) der Abfallbehandlungs- und entsorgungsgesellschaft mbH in Rosenow angeliefert. Hier werden die von Nehlsen, Remondis und den kommunalen Partnern gesammelten Abfälle der Region zu Ersatzbrennstoffen aufbereitet und anschließend an das Heizkraftwerk geliefert.
Lastkraftwagen laden den Ersatzbrennstoff im Bunker ab. Mit Hilfe eines Krans gelangt der Brennstoff im Heizkraftwerk über ein Trichter- und Stößelsystem auf den wassergekühlten Brennrost. Auf dem Rost entzündet sich der Brennstoff und wird durch leichte, hydraulisch bewirkte Schubbewegungen der Rostfläche zum Ausgang des Feuerraums transportiert. Im Verlauf dieses Verbrennungsprozesses verwandeln sich die brennbaren Bestandteile des Ersatzbrennstoffs unter Zuführung von Luft in heiße Rauchgase. Die nicht brennbaren Bestandteile werden als Rostschlacke am Ende des Feuerraums über ein Wasserbad abgekühlt und gelangen in den Schlackebunker.
Die heißen Rauchgase übertragen ihre Wärmeenergie über Rohrwände und Rohrschlangen auf das Kesselwasser, das sich dabei in 400°C heißen Dampf verwandelt. In Kraft-Wärme-Kopplung stellt eine angeschlossene Turbine den im Kessel erzeugten Dampf auf die zur Kartoffelverarbeitung benötigten Druck- und Temperaturstufen ein. Dabei findet jedoch zu keiner Zeit ein direkter Dampfaustausch zwischen der Kartoffelproduktion von Pfanni und dem Nehlsen Heizkraftwerk statt. Der gelieferte Dampf dient lediglich zur Übertragung der bei Pfanni benötigten Wärmeenergie.
Die im Rauchgas enthaltenen Schadstoffe wie Stickoxide, Schwefeloxide, Halogen- und Quecksilberverbindungen sowie Schwermetalle scheidet die dem Dampfkessel nachgeschaltete Rauchgasreinigungsanlage mit Wasch- und Filtereinrichtungen ab. Dabei entsteht über Staubfilter ein trockener Reststoff. Das gereinigte Rauchgas wird anschließend über einen 50 Meter hohen Schornstein abgeleitet. Die Rauchgasreinigungsanlage ist so konzipiert, dass sie die Emissionsgrenzwerte der 17. Bundes-Immissionsschutz-Verordnung sicher einhalten kann.
Die Rostschlacke sowie die Reststoffe werden über externe Partner aufbereitet und einer weiteren Verwendung im Straßen- und Deponiebau zugeführt.

